Rollstar AG

Mit steigender Produktkomplexität wurde eine strukturierte Entscheidungsbasis für PDM und Produktdatenmanagement notwendig. Ziel war es, Transparenz zu schaffen, Risiken zu reduzieren und die Organisation nachhaltig zu befähigen.

Rollstar entwickelt und produziert kundenspezifische Antriebslösungen. Das Unternehmen ist stark engineeringgetrieben und kombiniert mechanische Entwicklung mit hoher Variantenvielfalt.

  • Schweiz
  • Maschinenbau
  • weniger als 100 Mitarbeiter

Zur Einordnung

Mit zunehmender Produkt- und Variantenvielfalt stiegen die Anforderungen an den strukturierten Umgang mit Engineering-Daten deutlich an. Die bestehende Arbeitsweise bot dafür nur begrenzte Unterstützung.

Die Einordnung diente dazu, Transparenz über die aktuelle Situation zu schaffen und die Fragestellung methodisch zu klären, ohne vorschnell in eine Tooldiskussion einzusteigen.

So entstand eine fundierte Grundlage für eine zukunftsfähige Entscheidung, die vom Unternehmen selbst getragen werden kann.

Ausgangslage vor Projektstart

Wachsende Produktkomplexität ohne strukturierte Datenbasis

Rollstar AG stand vor der Herausforderung, ihre Produktdaten künftig effizienter, konsistenter und kostenbewusster zu verwalten. Die bestehende Arbeitsweise war stark CAD-getrieben und primär auf Einzelanwendungen ausgelegt. Mit zunehmender Variantenvielfalt und wachsendem Produktportfolio stieg der manuelle Aufwand deutlich an.

Für das Management wurde die Situation zunehmend kritisch, da eine saubere und verlässliche Übergabe der Produktdaten an das ERP-System nicht gewährleistet war. Die Datenqualität variierte stark, Transparenz über den tatsächlichen Produktstand war nur mit hohem Aufwand möglich, und die Risiken in Bezug auf Fehler, Nacharbeit und Ineffizienzen nahmen spürbar zu.

Ziel des Unternehmens war es, eine belastbare Grundlage zu schaffen, um Produktdaten strukturiert zu verwalten, Kosten zu senken, Durchlaufzeiten zu reduzieren und die Organisation langfristig für weiteres Wachstum und höhere Komplexität zu befähigen.

PLM-/PDM-Systemstatus

Fehlende PDM-Strukturen und ungekoppelte Systeme

Vor Projektbeginn verfügte Rollstar über keine PDM- oder PLM-Lösung. Im Einsatz waren ausschließlich SOLIDWORKS als 3D-CAD-System sowie ein ERP-System, das jedoch nicht angebunden war. CAD-Modelle, Zeichnungen und produktrelevante Daten wurden unstrukturiert auf einem FileShare abgelegt.

Es existierten keine verbindlichen Regeln für Versionierung, Freigabe, Struktur oder Wiederverwendung von Daten. Sowohl CAD-Modelle als auch produktbezogene Informationen waren schwer auffindbar, nicht eindeutig versioniert und nur begrenzt nachvollziehbar.

Der Reifegrad der PLM-/PDM-Landschaft war entsprechend nicht formalisiert:

keine Governance, kein Datenmodell, keine systematische Unterstützung der Prozesse. Damit bestand ein hohes Risiko für Fehlentscheidungen, ineffiziente Abläufe und steigende Kosten.

Mein Beitrag

Struktur, Neutralität und Befähigung statt toolgetriebener Entscheidungen

Ich wurde von Rollstar als Evaluationsleiter beauftragt, mit der klaren Verantwortung, die richtige PDM-/PLM-Lösung für das Unternehmen zu identifizieren. Ziel war nicht eine isolierte Systemempfehlung, sondern eine nachvollziehbare, fundierte Entscheidungsgrundlage für Geschäftsleitung und Projektteam.

Meine Verantwortung umfasste die Gesamtsteuerung der Systemevaluation, die Analyse der bestehenden CAD-, Daten- und Prozesslandschaft sowie die Ableitung fachlicher, technischer und organisatorischer Anforderungen. Diese Anforderungen wurden strukturiert in eine vergleich- und bewertbare Entscheidungsgrundlage überführt.

Ein zentraler Mehrwert meiner Rolle lag in der Befähigung der Organisation. Durch gezielten Wissenstransfer und Coaching wurden die internen Schlüsselpersonen in die Lage versetzt, die Systeme selbstständig zu bewerten und die Entscheidung zu verstehen, zu tragen und langfristig zu verantworten.

Gleichzeitig fungierte ich als Brücke zwischen Technik und Management sowie als neutraler Vermittler zwischen Rollstar und den Lösungsanbietern, um eine tragfähige und langfristige Partnerschaft zu ermöglichen.

Der Fokus lag auf der methodischen Klärung von Anforderungen und Entscheidungswegen, um toolgetriebene Einzelentscheidungen zu vermeiden.

Vorgehensweise

Bewährte Methodik und strukturierte Evaluation

Die Vorgehensweise folgte einer klassischen, bewährten Evaluationsmethodik. Zu Beginn wurden Prozesse, Arbeitsmethoden und eingesetzte Tools detailliert analysiert, um ein realistisches Bild der Ausgangssituation zu erhalten.

Auf dieser Basis wurde ein Zielbild erarbeitet und die Anforderungen in einem strukturierten Lasten- und Pflichtenheft festgehalten. Anschließend wurden mehrere geeignete PDM-Lösungen sowie passende Anbieter identifiziert und systematisch evaluiert.

Die Evaluation umfasste unter anderem:

Vorbesprechungen mit Anbietern

Storyboard-basierte Systemdemonstrationen

Präsentationen vor Ort

strukturierte Bewertungsmatrizen

Kosten- und Investitionsszenarien über einen Zeitraum von fünf Jahren

Neben der reinen Systembewertung wurde auch die Leistungsfähigkeit und Passung der Anbieter bewertet, da nicht nur die Lösung selbst, sondern auch der Umsetzungspartner entscheidend für den Projekterfolg ist.

Ergebnis & Nutzen

Nachhaltige Entscheidungsfähigkeit und messbarer Mehrwert

Durch die strukturierte Evaluation erhielt Rollstar nicht nur eine fundierte Systemempfehlung, sondern vor allem eine praxisnahe Entscheidungsfähigkeit. Die Organisation wurde befähigt, die Entscheidung selbst zu verstehen und mitzutragen, statt sich auf externe Meinungen zu verlassen.

Die Datenqualität konnte deutlich erhöht, erste Governance-Strukturen eingeführt und die Basis für stabile, planbare Produktfreigaben geschaffen werden. Zeitaufwände wurden reduziert, Fehlerquellen minimiert und die Grundlage für saubere, reproduzierbare Releases gelegt.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war auch der organisatorische Change im PLM-Kontext (Rollenklärung, Governance, Entscheidungswege). Die Mitarbeitenden verstanden, warum neue Strukturen notwendig sind und wie diese sinnvoll genutzt werden. Heute verfügt Rollstar über einen deutlich höheren organisatorischen und technischen Reifegrad als zu Projektbeginn.

Projektessenz

Das Projekt schuf erstmals eine strukturierte Entscheidungsbasis für den Umgang mit wachsender Produkt- und Datenkomplexität.

Unternehmensfeedback

Im Nachgang zur Einführung bestätigte der Senior-Chef persönlich den Mehrwert meiner Arbeit. Besonders hervorgehoben wurde, dass die Beratung konsequent im Interesse des Unternehmens erfolgte und nicht durch Tool-, Anbieter- oder Umsatzinteressen geprägt war.

Dieses Feedback unterstreicht den Kern des Projekts: eine unabhängige, nachhaltige und praxisorientierte Beratung mit echtem Nutzen für das Unternehmen.

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